City News


Aktuelle Informationen aus unseren Dialogstädten, zweimal wöchentlich knapp zusammengefasst

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Kundgebung in Budapest wegen Pegasus-Abhörskandal

Circa 1.000 Menschen haben am 26. Juli 2021 in Budapest wegen der sogenannten "Pegasus-Abhöraffäre" demonstriert und den Rücktritt der Fidesz (Bund Junger Demokraten) gefordert. Ein internationaler Medienzusammenschluss hatte vor kurzem herausgefunden, dass die israelische Spionage-Software Pegasus in mehreren Ländern, darunter auch in Ungarn, zur Abhörung von RegierungskritikerInnen missbraucht wurde. Mindestens 300 UngarInnen wurden abgehört. Die von oppositionellen Parteien organisierte Demonstration fand vor dem Hauptgebäude der Fidesz-Partei statt. Die Partei Momentum hat für heute, den 27. Juli, zu einem weiteren Protest aufgerufen. Es soll auch ein Journalist eine Rede halten, dessen Handy mit der Pegasus-Software abgehört wurde.​

27.7.2021

Donau-Strandbad im 3. Budapester Bezirk wiedereröffnet

Die Bezirksverwaltung des 3. Budapester Bezirks gab kürzlich bekannt, dass das Donau-Strandbad am "Római-Ufer" am 30. Juli 2021 nach 48 Jahren wiedereröffnet wird. Die Wasserqualität der Donau werde in diesem Abschnitt künftig regelmäßig und streng kontrolliert. Der frei zugängliche Badestrand werde über einen Wasserrettungsdienst verfügen und am Strand sollen Trinkwasser, Toiletten, ein Wickelraum, Duschkabinen und Sonnenliegen kostenlos zur Verfügung stehen. Nichtregierungsorganisationen kämpfen bereits seit 2013 für die Errichtung eines frei zugänglichen Strandbades an der Donau. Der Eröffnung des Strandes gingen eine Vielzahl an Wasserqualitätskontrollen und Genehmigungsverfahren der zuständigen Stellen voraus. Im Jahr 1973 waren aufgrund der rasanten Verschlechterung der Wasserqualität alle Strandbäder an der Donau in Budapest geschlossen und das Baden auf dem Gebiet der Hauptstadt verboten worden.​

24.7.2021

26. Budapest Pride zum ersten Mal mit Oberbürgermeister

Nachdem letztes Jahr der bunte Umzug für die Rechte von LGBTQI-Menschen aufgrund der Covid-19-Pandemie nur in virtueller Form stattfinden konnte, nahmen am 24. Juli 2021 mehrere Zehntausend Menschen an der 26. Budapester Regenbogenparade teil. Die Parade verlief sehr friedlich, mit guter Stimmung und ohne mobile Sperren. VertreterInnen der Regierungspartei Fidesz (Bund Junger Demokraten) nahmen nicht teil, die linksliberalen Oppositionsparteien waren bei der Veranstaltung jedoch stark vertreten, darunter auch der Budapester Oberbürgermeister und Premierministerkandidat Gergely Karácsony (Párbeszéd – Dialog), der auch eine Rede hielt. Parallel zu der Parade gab es eine Reihe von Gegendemonstrationen in der Hauptstadt, die Anzahl der GegendemonstrantInnen war jedoch niedrig und der Pride-Marsch ging ohne Zwischenfälle zu Ende. Schätzungen der OrganisatorInnen zufolge beteiligten sich rund 30.000 Menschen an der Pride.​

24.7.2021

Schönheits-OP auf Budapester Plätzen

Für mehr als 2,801 Millionen Euro wird der Bakáts-Platz in einen lebenswerten öffentlichen Platz mit mehr Grünfläche und Bäume umgewandelt. Bis Dezember soll der Platz für parkende Autos gesperrt werden, auch die Verkehrsordnung wird vorübergehend geändert. Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Bereich wird der derzeit 225 Quadratmeter große Grünbereich auf 1.730 Quadratmeter ausgeweitet. Die Umgebung wird behindertengerecht umgestaltet, es werden neue Bänke, Tische und Fahrradabstellplätze angebracht. Nach der Sanierung der Kettenbrücke und des Verkehrsknotenpunktes Blaha-Lujza-Platz ist es das dritte große Projekt der Hauptstadt in diesem Jahr.

23.7.2021

Referenden-Dumping in Ungarn

Am 21. Juli 2021 trat in Ungarn ein Gesetz in Kraft, das Volksbefragungen trotz der immer noch bestehenden Notstandslage wieder möglich macht. Nur kurze Zeit später hat Premier Viktor Orbán (Fidesz – Bund Junger Demokraten) in einem Facebook-Video angekündigt, ein Referendum "zum Schutz der Kinder" zu initiieren. Dabei geht es um Fragen des auch von der EU viel kritisierten LGBTQ-Gesetzes, das von Orbán konsequent "Kinderschutzgesetz" genannt wird. Der rechtsnationale Regierungschef Ungarns will unter anderem die Meinung des Volkes zur Bewerbung und Durchführung von Geschlechtsumwandlungen für Minderjährige erfahren. Die Opposition nennt die angekündigte Volksbefragung ein Fake-Referendum, das nur den Zwiespalt in der Gesellschaft vertiefen werde und von der "Pegasus"-Abhöraffäre ablenken wolle. Gleichzeitig kündigte MinisterpräsidentInnenkandidat Gergely Karácsony (Párbeszéd – Dialog) ebenfalls eine Volksabstimmung an, über die Fudan-Universität, die Privatisierung der Autobahnen und über kostenlose Antikörpertests.

21.7.2021

Ideen-Wettbewerb für die Umgestaltung des Großen Rings von Budapest

Projektideen zur Umgestaltung des Großen Rings von Budapest können bis 3. August 2021 eingereicht werden. Der Budapester Verkehrszentrale (BKK) zufolge sei das Ziel des Wettbewerbs, den Großen Ring "grüner, lebenswerter und stimmungsvoller" zu gestalten. Die BKK versprechen, die innovativsten und qualitätsvollsten Ideen in das im Herbst startende Entwicklungsprojekt einfließen zu lassen. Die besten vier Projekte werden mit jeweils rund 278 Euro honoriert. Ferner werden alle BewerberInnen zu einem Planungsworkshop eingeladen. Ziel des Projektes ist es unter anderem, durch die Neuaufteilung des öffentlichen Raumes mehr Grünflächen zu schaffen.​

20.7.2021

Chaos nach Wiedereröffnung des Westbahnhofs in Budapest

Nach einer einmonatigen Sperre wurde der Budapester Westbahnhof am 18. Juli 2021 wiedereröffnet. Im Rahmen der seit 2020 laufenden umfassenden Sanierung wurden diesmal die Beleuchtung, das Entwässerungssystem, die Glaswände und mehrere Gleise ausgetauscht. Modernisiert wurden auch das Fahrgastinformationssystem sowie die Weichenstellvorrichtungen und Sicherheitsanlagen, genau letztere sorgten aber nach der Wiedereröffnung für Probleme. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen. Der Generaldirektor der Ungarischen Staatsbahnen (MÁV), Róbert Homolya, nannte die Situation "unvertretbar" und leitete eine Untersuchung in die Wege.​​​​​


19.7.2021

Neue Ausschreibung für die Werbeflächen der Budapester Verkehrsbetriebe

Nach der erfolglosen Ausschreibung von 2016 schreiben die Budapester Verkehrsbetriebe (BKV) ihre Werbeflächen erneut aus. Der Vertrag wird für sechs Jahre in vier großen Einheiten vergeben. Bewerbungen für die einzelnen Teilaufgaben werden möglich sein. Bei der Ausschreibung werden bereits die neuen Technologien bei Werbemitteln sowie das veränderte wirtschaftliche und rechtliche Umfeld in Betracht gezogen.​

19.7.2021

Budapest kauft Straßenbahnen von Frankfurt

Die Budapester Verkehrsbetriebe (BKV) haben das Vergabeverfahren für die Beschaffung von 35 gebrauchten Niederflurstraßenbahnen des Typs R1 gestartet. Mit den neuen Straßenbahnen würden die BKV die ältesten 37 Garnituren des Herstellers Ganz mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren ablösen. Die BKV wollen die gebrauchten Straßenbahnen von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) beschaffen. Der Grund dafür ist, dass die alten Ganz-Garnituren im Vergleich zu den anderen Budapester Straßenbahnen wesentlich schmaler ausgestaltet und leicht sind und auf diese Weise praktisch überall im Budapester Straßenbahnnetz verkehren können. Daher können sie nur von Fahrzeugen mit entsprechenden technischen Parametern abgelöst werden. Die deutschen Straßenbahnen erfüllen diese Kriterien und sind aktuell auch moderner als die Ganz-Straßenbahnen. Sie sind durchschnittlich 24 bis 28 Jahre alt und können noch mindestens 15 bis 20 Jahre lang betrieben werden. Die Fahrzeuge kosten je 400.000 Euro. Insgesamt wird sich die Summe samt Zulassung, Lackierung sowie Klimaanlage auf 21,6 Millionen Euro belaufen. Der Prototyp soll noch in diesem Jahr geliefert werden, die restlichen Fahrzeuge von 2022 bis 2026.


19.7.2021

Ungarn erntet internationale Kritik wegen Abhöraffäre

Der aus 17 Medien bestehende internationale Zusammenschluss fand heraus, dass die israelische Spionage-Software "Pegasus" der Firma NSO zur Abhörung von Smartphones weltweit in zehn Ländern, darunter in Mexiko, Indien, Togo, Ruanda, Aserbaidschan und auch in Ungarn - zur Abhörung regierungskritischer JournalistInnen und PolitikerInnen - missbraucht wurde. Die Opposition fordert eine Untersuchung und will eine außerordentliche Sitzung der Kommission für nationale Sicherheit einberufen. Die Regierung bestreitet die Informationen. "Pegasus" wird unter Aufsicht des israelischen Verteidigungsministeriums an Regierungen und Organisationen verkauft. Sie wird in der Regel zur Terrorabwehr oder zu Zwecken der nationalen Sicherheit eingesetzt.​​​

19.7.2021

Alte Dieselfahrzeuge sollen aus Budapest verbannt werden

Der Budapester Gemeinderat wird noch dieses Jahr über das Datum entscheiden, ab wann veraltete Dieselautos von den Straßen verbannt werden. Das Budapester Rathaus schloss sich bereits früh der europäischen Initiative an, die ein konkretes Datum für das Verbot von alten, umweltschädlichen Dieselfahrzeugen fordert. Obwohl es für Budapest noch kein fixes Datum gibt, nannte Oberbürgermeister Gergely Karácsony (Párbeszéd – Dialog) 2030 als mögliches Zieljahr.​

17.7.2021

Einstieg in Budapests Busse künftig nur bei der vorderen Tür

Medieninformationen zufolge dürfen Fahrgäste von Bussen und Oberleitungsbussen in Budapest künftig nur mehr bei der vorderen Türe einsteigen. An Wochenenden soll die neue Regel alle Linien betreffen, unter der Woche sollen nur einige stark frequentierte Linien, oder einige Strecke die Ausnahme sein. Dadurch könnten die, ohnehin langen Reisezeiten, noch länger werden. István Szabó, Präsident der Gewerkschaft der Beschäftigten des inländischen öffentlichen Verkehrs (BTDSZ) zufolge sollen die FahrerInnen für die zusätzliche Aufgabe einen Zuschuss erhalten.​​

15.7.2021

Denkmal für in Kriegen vergewaltigte Frauen in Budapest

Die Stadt Budapest hat bereits Anfang des Jahres 2020 beschlossen, ein Denkmal für in Kriegen vergewaltigte Frauen zu errichten. Am 14. Juli 2021 gab Vizeoberbürgermeister Gábor Kerpel-Fronius (Momentum) die Veröffentlichung der internationalen Ausschreibung in Höhe von 83.580 Euro bekannt. Das Denkmal soll auf einem Platz, der sich im Besitz der Hauptstadt Budapest befindet, voraussichtlich auf der Margareteninsel, auf dem Gellértberg oder im 12. Bezirk errichtet werden. Bewerbungen können bis 30. September eingereicht werden, das Ergebnis wird voraussichtlich Anfang 2022 veröffentlicht. Das Denkmal selbst soll im Sommer 2022 übergeben werden. An der Vorbereitung der Ausschreibung ist ein aus fünf Personen bestehendes Komitee beteiligt, das auch eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema organisiert hat.​

14.7.2021

Erste Ergebnisse der Antikörpertests der Stadt Budapest veröffentlicht

Die Stadt Budapest hat kürzlich kostenlose und freiwillige Antikörpertests für BudapesterInnen der Altersgruppe 60 plus gesichert. Die ersten Ergebnisse der 1.760 ProbandInnen, die nun veröffentlicht wurden, haben ergeben, dass rund 24 Prozent der Personen, die mit dem chinesischen Impfstoff Sinopharm geimpft wurden, weder Antikörper noch eine T-Zell-Immunität entwickelt haben. Bei allen anderen verimpften Vakzinen ist dieser Anteil wesentlich geringer. Der Stadt Budapest zufolge sei die Stichprobe zwar nicht repräsentativ, dennoch habe die Stadt wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Oberbürgermeister Gergely Karácsony (Párbeszéd - Dialog) forderte die Regierung auf, kostenlose Antikörpertests für die gesamte Bevölkerung zu sichern und vor allem jene älteren BürgerInnen zu testen, die mit Sinopharm geimpft wurden. Zweitens sollten jene, die keine Antikörper entwickelt hätten, eine dritte Impfung mit einem anderen Impfstoff erhalten, um vor der vierten Welle des Coronavirus geschützt zu sein.​

13.7.2021

Planung des neuen Stadtparks im Budapester Bezirk Csepel geht weiter

Nach einer Regierungsentscheidung hat das Budapester Entwicklungszentrum (BFK) einen Tender für die Planung des neuen Stadtparks und einer blau-grünen Infrastruktur im 21. Bezirk von Budapest ausgeschrieben. Auf der nördlichen Seite der Csepel-Insel soll ein 36 Hektar großer Park entstehen, der auch ein sogenanntes Feuchtgebiet enthalten wird. Dieses Feuchtbiotop soll das auf dem Belag verbleibende Regenwasser auffangen, natürlich filtern und nur danach in die Donau ableiten. Außerdem soll das Biotop dazu beitragen, die Biodiversität des Parks zu steigern, indem ein vielfältiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen-und Tierarten geschaffen wird. Der Park soll das städtische Mikroklima durch eine Reduzierung der Hitzeinseln verbessern. Die Fläche der Entwässerung und der blau-grünen Infrastruktur soll circa 5,4 Hektar, die des Feuchtgebietes zusammen mit dem Wasserreservoir 2,3 Hektar betragen. Angebote werden bis zum 10. August 2021 angenommen.

13.7.2021

Regierung will Airport Budapest kaufen

Der größte Eigentümer des Flughafenbetreibers "Budapest Airport", die kanadische Firma AviAlliance, bestätigte gegenüber der Presse, dass die ungarische Regierung ein nicht bindendes Angebot für den Flughafen eingereicht habe. Das Angebot werde derzeit von den EigentümerInnen geprüft. Es wurde schon im Herbst vergangenen Jahres gemunkelt, dass regierungsnahe Firmen eine Übernahme von Flughafenanteilen planen würden. Im November hatte dann die Regierung verhindert, dass der "Budapest Airport" von der EBRD einen Kredit in Höhe von 50 Millionen Euro zur Behebung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus aufnimmt. Im Mai 2021 bestätigte die Regierung, dass Innovationsminister László Palkovics (parteilos) damit beauftragt wurde, erneut Anteile am Flughafen zu erwerben.​

12.7.2021

Baugenehmigung für Budapester Bahnhof Kelenföld erteilt

Die Budapester Regierung hat am 8. Juli 2021 die Baugenehmigung für die Sanierung des historischen "Bahnhofs Kelenföld" erteilt. Im 137 Jahre alten Gebäude soll ein neuer Ausstellungsraum des erneuerten Museums für Verkehr und Technik entstehen. Im nächsten Schritt soll ein Auftragnehmer gesucht und ein diesbezüglicher Tender veröffentlicht werden. Im sanierten "Bahnhof Kelenföld" soll ferner eine riesengroße Modelleisenbahnanlage aufgestellt und Ausstellungen, museumspädagogische und andere Programme organisiert werden. Neben dem Gebäude soll sich ein spezieller Garten rund um das Thema Eisenbahn befinden und eine Terrasse, die auch als Aussichtspunkt dienen soll, errichtet werden. Auch ein Bistro soll im neuen Bahnhof entstehen und vor dem Gebäude eine alte Dampflokomotive aufgestellt werden.​

12.7.2021

"Hotel Budapest" wird StudentInnenheim

Durch die Corona-Epidemie lohnt es sich aus finanzieller Sicht nicht mehr, das berühmte "Hotel Budapest" weiter als Hotel zu betreiben. Daher wird der Eigentümer, Danubius Hotels, das Gebäude in den nächsten drei Jahren an das Unternehmen Hotel & More Szállodák Zrt. vermieten. Das Hotel soll künftig primär als StundentInnenheim, aber gleichzeitig auch als Langzeitunterkunft für MitarbeiterInnen von diversen Budapester Großunternehmen fungieren. Die Übergabe soll mit 1. September 2021 erfolgen. Das umgangssprachlich nur als "Rundhotel" bezeichnete Hotel wird noch im Herbst nach 15 Monaten seine Türen wieder öffnen. Das Rundhotel war eine prestigeträchtige Investition des sozialistischen Ungarns und wurde im Jahr 1967 übergeben.

10.7.2021

Klimatisierung von Budapester U-Bahnlinie M3 nun doch möglich

Die Budapester Verkehrsbetriebe (BKV) haben die Stadtführung informiert, dass der nachträgliche Einbau von Klimaanlagen in die Waggons der U-Bahnlinie M3, der verkehrsreichsten Linie in Budapest, aus technischer Sicht möglich wäre. Dies hat Vizeoberbürgermeister für Finanzen, Ambrus Kiss (parteilos), am 8. Juli 2021 bekanntgegeben. Die benötigten finanziellen Mittel stehen dafür allerdings nicht zur Verfügung. Die BKV haben daher eine bedingte Ausschreibung für die Sanierung veröffentlicht. Grund dafür ist, dass die BKV zwar seitens der Stadt Budapest die Genehmigung dafür hat, eine Kredit aufzunehmen, jedoch auch von der Regierung bewilligt werden muss, was aktuell als unsicher gilt. Die Waggons wurden zwar vor einigen Jahren renoviert, erhitzen sich aber im Sommer stark, was zu großem Unmut unter den Fahrgästen sorgt.

8.7.2021

Staatliche Förderung für E-Lastenfahrräder

Ab September können Unternehmen eine staatliche Förderung für E-Lastenfahrräder in Anspruch nehmen. Das hat der Ungarische RadfahrerInnenklub (MKK) angekündigt. Der Klub hat die Initiative am Beispiel der Stadt Wien vorgeschlagen. Für die Förderaktion werden insgesamt 1,12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Eine Fördersumme von bis zu 1.260 Euro kann pro E-Lastenfahrrad beantragt werden. Ein Unternehmen kann maximal fünf ermäßigte Fahrräder kaufen. In einer ersten Runde könnten insgesamt 850 Fahrräder verkauft werden. Laut RadfahrerInnenklub sollen die Lastenfahrräder vor allem Lieferwagen ersetzen, womit die Verkehrslage verbessert werden soll. Damit einhergehend können auch Luftverschmutzung und Lärm verringert werden.

8.7.2021

Drittes Großprojekt der Budapester Stadtführung beginnt

Am 12. Juli 2021 beginnt die Sanierung des Blaha-Lujza-Platzes, eines der größten Verkehrsknotenpunkte in der ungarischen Hauptstadt. Der Platz soll fußgängerInnenfreundlich und gänzlich barrierefrei umgestaltet werden. Statt der derzeitigen Parkplätze und Nebenfahrbahnen wird eine rund 1.000 Quadratmeter große Grünfläche mit 65 neu gepflanzten Bäumen und einem Wasserspielplatz errichtet. Hinzu kommen zwei Sammelstationen des öffentlichen Fahrradverleihsystems Bubi sowie Fahrradabstellplätze. Das Investitionsvolumen beträgt rund 13 Millionen Euro und wird von der Hauptstadt und der Regierung gemeinsam finanziert. Neben der Sanierung der Kettenbrücke und des Pester Uferkais stellt dieses Vorhaben das dritte Großprojekt dar, das die Budapester Stadtverwaltung gleichzeitig verwirklichen möchte.

7.7.2021

Reporter ohne Grenzen: Ungarns Premierminister ist Feind der Pressefreiheit

Die internationale JournalistInnenorganisation "Reporter ohne Grenzen" veröffentliche kürzlich die aktuelle Liste der "Feinde der Pressefreiheit". Die Aufstellung enthält insgesamt 37 Staats- und Regierungschefs, die die Pressefreiheit unterminieren. Von den PremierministerInnen der 27 EU-Staaten jedoch wurde nur Ungarns Regierungschef Viktor Orbán (Fidesz – Bund Junger Demokraten) auf die Liste gesetzt. Orbán befindet sich in "guter Gesellschaft". Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro steht genauso auf der Liste wie der russische Präsident Wladimir Putin, der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un oder der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko.​

5.7.2021

5,5 Millionen in Ungarn geimpft: Weitgehende Lockerungen

Am 3. Juli 2021 wurde in Ungarn der wichtige Meilenstein von 5,5 Millionen Erstgeimpften erreicht. Damit gehen viele Lockerungen der Schutzmaßnahmen einher. So wurde unter anderem die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, einschließlich der öffentlichen Verkehrsmittel, aufgehoben. Soziale Einrichtungen und Krankenhäuser bilden die Ausnahme. In Restaurants, Hotels, Freizeiteinrichtungen sowie bei kulturellen Veranstaltungen und Aufführungen mit reservierbaren Sitzplätzen ist das Vorweisen eines Impfpasses nicht mehr notwendig. Die maximale KundInnenanzahl in Geschäften wird nicht mehr eingeschränkt. Bei privaten Veranstaltungen dürfen künftig statt 50 maximal 100 Personen teilnehmen, bei Hochzeitsfeiern wurde die Obergrenze von 200 auf 400 Menschen angehoben. Impf- und Genesungsnachweise sind jedoch für die Teilnahme an Sport-, Musik- und Tanzveranstaltungen sowie an Konzerten in geschlossenen Räumen sowie an Freiluftveranstaltungen mit mehr als 500 ZuschauerInnen weiterhin verpflichtend.

3.7.2021

Sanierung der Budapester U-Bahn-Linie M1

Die Budapester Verkehrszentrale (BKK) wird die U-Bahn-Linie M1 sanieren und verlängern. Die Investition umfasst die Beschaffung von neuen, modernen Waggons und die Verlängerung der Linie in beide Richtungen. Damit werden mehr Umstiegsmöglichkeiten und Barrierefreiheit geschaffen. Im Norden würde die U-Bahn zuerst neben der Autobahn M3 zum Kassai-Platz führen und in der zweiten Phase die Ringbahn in Zugló erreichen. Dort soll ein Park-and-ride-Parkplatz mit hoher Kapazität errichtet werden. In der Innenstadt soll die Linie bis zum Vigadó-Platz verlängert werden, wo man direkt auf die Straßenbahnlinie 2 umsteigen kann. Sollten die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, könnte die Planung zum Projekt schon 2022 beginnen. Dieses wird von der Regierung finanziert, die Arbeiten starten nach der Unterzeichnung des Fördervertrages. Mit den tatsächlichen Bauarbeiten soll voraussichtlich 2024 begonnen werden.​

2.7.2021

Abwassernetz von Budapest weiter ausgebaut

Die Budapester Stadtverwaltung teilte am 30. Juni mit, dass die zweite Phase des Projekts "Komplexe Integrierte Kanalisation von Budapest" (BKISZ) nun abgeschlossen sei. Mit der Investition wurde das Abwassernetz an bisher unversorgten Orten ausgebaut und die veraltete Abwasserreinigungsanlage in der nahegelegenen Stadt Budaörs ersetzt. Das trägt maßgeblich zum Umweltschutz bei, da das gesammelte Abwasser nun zu 100 Prozent in einer der drei städtischen Kläranlagen gesammelt und gefiltert werden kann, ehe es in die Donau gelangt. Im Rahmen des Projekts wurden ein 270 Kilometer langer Kanal gebaut sowie 23 Abwasserhebeanlagen errichtet. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 97,1 Millionen Euro. Davon haben die Regierung und die EU insgesamt 78,6 Milliarden Euro finanziert.

30.6.2021

Erstes Donau-Strandbad in Budapest

In einer geschützten Bucht des neu entstehenden Stadtviertels "Budapart" im elften Budapester Bezirk wird am 3. Juli 2021 das erste Strandbad direkt an der Donau eröffnet. Am sogenannten SHO BEACH erwartet die Gäste ein Sandstrand, Sportmöglichkeiten und Luxusgastronomie. Der Eintritt kostet an Wochentagen etwas weniger als zehn Euro, an Wochenenden 11,50 Euro. Für Kinder, SchülerInnen, PensionistInnen und BewohnerInnen von "Budapart" kostet der Eintritt 6,50 Euro beziehungsweise acht Euro.​

29.6.2021

Neues Luxushotel in Budapest eröffnet

Das jahrzehntelang vernachlässigte Gebäude des Matild-Palastes erscheint wieder im alten Glanz. Der einstige Palast der Erzherzogin von Österreich, Marie Adelheid Amalie Clotilde von Sachsen-Coburg und Gotha, wurde in ein Luxushotel umgestaltet. Es sollen nicht nur TouristInnen und Geschäftsleute empfangen werden, auch BudapesterInnen sollen die Services der Einrichtung genießen. Dementsprechend wurde auf dem Gebäude Budapests neueste Skybar mit atemberaubendem Blick auf die Donau und den Gellértberg eröffnet. Insgesamt 130 Hotelzimmer wurden im Gebäude, das fünf Jahre lang restauriert wurde, eingerichtet. Im September wird dann auch ein Kaffeehaus im Matild-Palast eröffnet, später sollen hier auch Live-Vorstellungen das Publikum unterhalten.​

29.6.2021

Jugendorganisation der Fidesz vernichtet Bienenweide in Budapest

Heuer wurde im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Budapester Stadtverwaltung und des Budapester Stadtgartenamts eine Bienenweide mit Wildblumen angelegt. Viele, vor allem AnhängerInnen der Fidesz-Partei (Bund junger Demokraten), kritisierten jedoch das Projekt und sahen in den krautigen Pflanzen das Versagen der Stadtregierung. Mit dem Argument, dass "die linken Stadtleiter von Budapest" nicht einmal in der Lage sind, den öffentlichen Raum in Stand zu halten, rodete eine Gruppe der Fidelitas, der Jugendorganisation der Fidesz, kurzerhand die Bienenweide.

28.6.2021

Ratten- und Mäusekarte für Ungarn erstellt

Ungarn hat eine erste landesweite Ratten- und Mäusekarte erstellt. Sie basiert auf einer Facebook-Umfrage unter UserInnen. Demnach wird Westungarn weder von Ratten noch von Mäusen stark geplagt, obwohl Mäuse etwas häufiger vorkommen als Ratten. In den Komitaten Békés, Borsod, Heves und Jász-Nagykun-Szolnok gab es die meisten Rattensichtungen. Die Karte berücksichtigt nicht die Daten von Budapest, da diese laufend vom Budapester Rathaus erhoben werden.​​

28.6.2021

Neuestes Wandgemälde in Budapest mit luftreinigenden Wandfarben

Die Budapester Dob-Straße im 7. Bezirk hat ein brandneues Wandgemälde mit sogenannten "luftreinigenden Farben" erhalten. Diese wurden von der NASA entwickelt. Die Technik basiert auf dem Phänomen der Photokatalyse, also eine durch Licht ausgelöste chemische Reaktion. Eine ein Quadratmeter große Fläche entspricht der reinigenden Wirkung eines Baums. Die Landschaftsmalerei beträgt insgesamt 500 Quadratmeter und befindet sich in einem kleinen Park. Das Gemälde wurde im Rahmen des "Converse-City-Forest"-Programmes geschaffen. Die Initiative wurde durch die Schuhmarke "Converse" ins Leben gerufen.​

28.6.2021