City News


Aktuelle Informationen aus unseren Dialogstädten, zweimal wöchentlich knapp zusammengefasst

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Zehn Park-and-Ride-Anlagen am Rande der Stadt Prag geplant

An der Stadtgrenze von Prag zur Region "Zentralböhmen" sollen zehn neue Park-and-Ride-Anlagen entstehen. Diese Parkflächen sind vor allem für die zahlreichen PendlerInnen bestimmt, die in der Hauptstadt arbeiten. Aus diesem Grund sollten die neuen Parkmöglichkeiten spürbar zur Verbesserung der Verkehrssituation in Prag beitragen. Die neuen Park-and-Ride-Anlagen sollen in den Gemeinden Hostivice, Zeleneč, Tuklaty. Čerčany, Rudná, Líbeznice, Brandýs nad Labem, Poříčany, Světice und Dubenec, also am Speckgürtel von Prag entstehen. Alle diese Ortschaften haben mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine gute Anbindung an Prag. Die Errichtung der Anlagen ist jedoch kein Projekt der Hauptstadt, sondern der Region "Zentralböhmen". Das ursprünglich geplante Budget von 488 Millionen Tschechischen Kronen (18,4 Millionen Euro) wurde kürzlich auf 896 Millionen (33,8 Millionen Euro) aufgestockt. Einige Anlagen müssen nämlich aufgrund des Platzmangels als mehrstöckige Parkhäuser errichtet werden.​

12.11.2020

Tschechien begeht Feiertag im bescheidenen Rahmen

Der tschechische Nationalfeiertag am 17. November 2020 wird heuer nur in einem bescheidenen Rahmen begangen. So sollen an den Feierlichkeiten anlässlich des "Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie", an dem ganz Tschechien der Schließung der tschechischen Universitäten 1939 und des Beginns der so genannten "Samtenen Revolution" 1989 gedenkt, maximal 100 Personen teilnehmen dürfen. Im Vorjahr hatten sich anlässlich der verschiedenen Veranstaltungen über 200.000 Menschen im Prager Zentrum zusammengefunden. "2020 müssen wir genauso zusammenhalten wie damals. 1989 war es notwendig, auf die Straßen zu gehen. Heuer ist es notwendig, zu Hause zu bleiben," ließ Gesundheitsminister Jan Blatny (parteilos für ANO) verlauten. Das traditionelle Konzert und die Ansprachen am Wenzelsplatz, an diesem für die "Samtene Revolution" symbolischen Ort, sollen trotz CoViD-19-Maßnahmen, jedoch ohne Publikum, stattfinden. Um die tschechische Bevölkerung nicht komplett außen vor zu lassen, wird alles online via Livestream übertragen.​

12.11.2020

Prag plant weitere Schritte gegen "visuelle Verschmutzung" der Stadt

Die Stadt Prag plant weitere Schritte im Rahmen der Bekämpfung der "visuellen Verschmutzung" in der Stadt. Nun sollen jene Schilder aus den Straßen verschwinden, die zwar wie Verkehrsschilder aussehen, in Wirklichkeit aber nur den Weg zu Firmen und Unternehmen weisen. Obwohl die Unternehmen strikt gegen die Abschaffung dieser Schilder sind, besteht die Stadt Prag darauf. Es handle sich um keine Orientierungsschilder, sondern um Werbung. Ferner kündigte die Stadt Prag heuer bereits die Verträge mit 300 BillboardbetreiberInnen und BetreiberInnen ähnlicher Flächen und ließ diese entfernen. Nun sollen circa 1.800 Stück der oben genannten "Orientierungsschilder" abmontiert werden.​

11.11.2020

Grundstückstausch zwischen Prag und tschechischem Staat

Der Prager Magistrat einigte sich mit dem Staat auf einen Grundstücktausch. Die Stadt Prag bietet dem staatlichen Universitätskrankenhaus im Stadtteil Vinohrady eines ihrer Grundstücke, auf dem der Staat ein Zentrum für Traumatologie errichten wird. Als Gegenleistung erhielt die Stadt Prag Grundstücke auf der Říčanská-Straße, auf denen ein Zentrum für geistige Pflege und Medizin entstehen soll. Weiters überschrieb der tschechische Staat dem Prager Magistrat auch das Areal des Tennisclubs im Prager Stadtteil Letná.​

9.11.2020

Tschechien: 400. Jahrestag der Schlacht am Weißen Berg

Am 8. November 2020 gedachte Tschechien der Schlacht am Weißen Berg vor 400 Jahren. Diese erste große militärische Auseinandersetzung im Dreißigjährigen Krieg, in der die böhmischen Truppen der "Katholischen Liga" erlagen und die Habsburger ihren Anspruch auf die böhmische Krone durchsetzen konnten, fand im heutigen Prager Stadtteil Bílá Hora (Weißer Berg) im 6. Prager Bezirk statt. Zum Jahrestag dieser wichtigen Schlacht, in der tschechischen Geschichte, wurde auf dem ehemaligen Schlachtfeld das sogenannte Kreuz der Versöhnung aufgestellt. Das neue Denkmal steht für die Zusammengehörigkeit der ProtestantInnen und KatholikInnen.​

9.11.2020

Prager Teil des neuen Bahn-Korridors bald fertig

Das größte Prager Eisenbahn-Projekt, der sogenannte "Prager Neuer Eisenbahn-Korridor" steht kurz vor seiner Eröffnung. Die Investition ist 5,35 Milliarden Tschechische Kronen (201 Millionen Euro) schwer. Die Errichtung begann im Jahr 2018 und verbindet den Prager Eisenbahnknoten mit dem Südböhmischen Korridor. Der neue Korridor ist nun vierspurig und bietet den Zügen die Möglichkeit, mit einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern ins Prager Zentrum einzufahren. Obwohl der gesamte Korridor erst im Oktober 2021 fertiggestellt wird, wird der Prager Abschnitt bereits in der ersten Dezemberhälfte in Betrieb genommen. Auf der Strecke entstehen aktuell die Haltestellen "Praha-Eden" und "Praha-Zahradní město", die für den Prager S-Bahnverkehr wichtig sein werden. Die zwei Haltestellen werden, dank der Anbindung an das Prager Öffi-Netz, zu wichtigen Umsteigeknoten in der tschechischen Hauptstadt.​

9.11.2020

Neue Stellplätze für E-Scooter und E-Bikes im 1. Prager Bezirk

An zirka 60 FußgängerInnenübergängen im Zentrum von Prag sollen neue Stellplätze für die unzähligen E-Scooter, E-Bikes und ähnlichen Fortbewegungsmitteln entstehen. Das aktuelle Problem der Prager Innenstadt ist, dass diese Roller und Räder sehr oft auf den engen Gehwegen im Zentrum abgestellt werden und die FußgängerInnen behindern. Nun sollen bei ausgewählten Übergängen 3,5 Meter lange Streifen entstehen, wo diese, vor allem von den BewohnerInnen des 1. Bezirks unbeliebten Verkehrsmittel, problemlos geparkt werden können.

5.11.2020

Verlängerung des Straßenbahnnetzes im Prager Süd-Westen

Die Straßenbahnlinie, die das Prager Zentrum mit der Siedlung Barrandov verbindet, wird endlich verlängert. An dem Projekt wird zwar bereits seit 13 Jahren gearbeitet, aber erst jetzt nimmt es konkretere Züge an. Der "Prager Verkehrsbetrieb" (DP) erhielt nämlich endlich die Baugenehmigung. Die bestehende Linie soll nun bis zu den Stadtteilen Holyně und Slivenec verlängert werden, in denen in den vergangenen Jahren intensiv gebaut wurde. Die Bauträgerin beziehungsweise der Bauträger sollte 2021 ausgewählt werden, und wenn alles planmäßig abläuft, sollten die Stadtteile bereits gegen das Ende des kommenden Jahres mit der Straßenbahn erreichbar sein. Die Baukosten sollen sich auf 277 Millionen Tschechische Kronen (10,4 Millionen Euro) belaufen.

4.11.2020

Tschechien zeigt sich solidarisch mit Österreich

Nach dem gestrigen Terroranschlag im Zentrum von Wien sprach auch Tschechien seine Solidarität aus. Laut Außenminister Tomáš Petříček (ČSSD – Tschechische Sozialdemokratische Partei) habe sich um "einen Angriff auf uns alle" gehandelt. Tschechiens Gedanken seien bei seinen österreichischen Freunden, schrieb er. Die Reaktion des tschechischen Premierministers Andrej Babiš (ANO – JA) fiel ähnlich aus. Präsident Miloš Zeman (parteilos) verlieh seiner Anteilnahme mittels eines offiziellen Schreibens an seinen österreichischen Amtskollegen Ausdruck. "Es ist unsere Pflicht, Furcht und Hass die Stirn zu bieten und nicht zu schweigen," so Zeman. Angesichts der aktuellen Situation in Österreich führte die tschechische Polizei stichprobenartige Kontrollen an den tschechisch-österreichischen Grenzübergängen durch, und auch die Überwachung der Synagogen und jüdischen Museen wurde verschärft.

3.11.2020

Neue, smarte Parkuhren im Prager Zentrum

Die Bezirksregierung des 1. Prager Bezirks hat vor, gegen jene AutofahrerInnen vorzugehen, die die maximale Parkzeit von 30 Minuten in den Kurzparkzonen überschreiten. Derzeit sind neue smarte Parkuhren im Testbetrieb im Einsatz, die mit einem Sensor ausgestattet sind, der die verbleibende Zeit kontrolliert und auf einem kleinen Bildschirm anzeigt. Auf diesem werden die verbleibenden Minuten grün angezeigt, und sobald die Zeit überschritten ist, flackert der Bildschirm für alle gut sichtbar rot. Aktuell werden die Parkuhren in der Palacky-Straße vor einer Klinik getestet, vor der es oft zu Überschreitungen der maximalen Parkdauer kommt. Sollte die Parkuhr die Situation verbessern, sollen solche Parkuhren auch in anderen Straßen des 1. Bezirkes aufgestellt werden. Laut dem Bezirksgemeinderat für Verkehr im 1. Bezirk, Richard Bureš (ODS – Bürgerdemokratische Partei), lehnte der Prager Magistrat die Finanzierung der Parkuhren ab, weshalb der Bezirk selbst für die Kosten aufkommen muss. Die Kosten für eine digitale Parkuhr betragen circa 120.000 Tschechische Kronen (4.500 Euro).

3.11.2020

Prag verhandelt über Verbot von Pyrotechnik

Die heurige und alle kommenden Silvesternächte könnten künftig in Prag viel ruhiger werden. Die Stadt Prag verhandelt nämlich über ein Verbot von Pyrotechnik und lauten Knallern in Parkanlagen, am Wasser, in der Nähe von SeniorInnenheimen und Tierparks und vor allem im historischen Zentrum von Prag. Konkret wird nicht über ein offiziell organisiertes Feuerwerk-Verbot debattiert, sondern über ein Verbot jener Pyrotechnik, die in Tschechien im Kleinhandel erhältlich ist. Ferner könnten auch die so genannten "Glückslampions" verboten werden, die ein großes Brandrisiko darstellen.

2.11.2020

Tschechien stellt auf e-Autobahnvignetten um

Ab 1. Jänner 2021 stellt Tschechien auf elektronische Autobahnvignetten um, die auf der Website www.edalnice.cz erhältlich sein werden. Somit sind die Tage der klassischen Autobahnvignetten, die die AutofahrerInnen in die rechte Ecke der Windschutzscheibe anbringen mussten, gezählt. Diejenigen, die über keinen Internetzugang verfügen, können die e-Vignette bei den staatlichen Tankstellen "EuroOil" erwerben. Für AusländerInnen werden an den Grenzübergängen Terminals für den Erwerb von e-Vignetten stehen, die vorerst mit einer englischen, deutschen, ungarischen und polnischen Sprachvariante ausgestattet sein werden. Die e-Vignetten sind für einen Zeitraum von einem Jahr, einem Monat und für einen Zeitraum von zehn Tagen erhältlich. Eine Verteuerung der Vignette ist nicht vorgesehen.

2.11.2020

Prag: Winterdienst steht bereit

Auch heuer stellen die "Prager Dienste" einen Winterdienst vom 1. November bis 31. März 2020 für die Stadt zur Verfügung. So stehen heuer für die Instandhaltung, Reinigung und Schneeräumung in den Prager Straßen 24.000 Tonnen Salz und Salzlösung, 127 Sonderwägen und über 1.000 MitarbeiterInnen bereit. Voriges Jahr beliefen sich die Kosten des Prager Winterdienstes auf 906 Millionen Tschechische Kronen (33 Millionen Euro), und es kamen nur 380 Tonnen Salz und Salzlösung von 24.600 vorbereiteten Tonnen zum Einsatz.

1.11.2020

Prag sucht neue O-Busse

In den kommenden Tagen wird die Stadt Prag eine Ausschreibung veröffentlichen, in der 20 Stück großräumige Oberleitungsbusse angefragt werden. Diese O-Busse haben sehr spezifische Parameter. Sie sollten aus drei Gliedern bestehen, maximal 25 Meter breit sein, eine Kapazität bis 55 Sitze haben und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern erreichen. Die Akkus sollten minimal 60 Monate Lebenserwartung beziehungsweise 450.000 Kilometer haben. Ferner müssen die Wagen über eine Klimaanlage und ein Kamerasystem verfügen. Die Ladestationen müssen sich auf beiden Endhaltestellen befinden, da ein Teil der Strecke auch ohne Oberleitung und nur mit einem Akku-Betrieb erfolgen muss. Diese O-Busse werden auf der Strecke zwischen dem U-Bahnterminal und dem Flughafen eingesetzt. An der Präsentation der Parameter nahmen bereits die LieferantInnen "Škoda Electric", "Solaris", "Van Hool", "Carosserie HESS" und "Cegelec" teil aber es werden auch andere Unternehmen eingeladen. Im Auswahlverfahren bietet die Stadt 628 Millionen Tschechische Kronen (circa 23 Millionen Euro) ohne Mehrwertsteuer an. Mit der ersten Lieferung der Busse wird im Herbst 2022 gerechnet.​

29.10.2020

Prager orthodoxe Sankt-Michaelskirche abgebrannt

Am 28. Oktober 2020 brannte die orthodoxe hölzerne Sankt-Michaelskirche ab. Das Feuer beschädigte fast die ganze Konstruktion dieser Kirche. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Holzwerk befindet sich in Prag in einer ziemlich weitläufigen Grünanlage, im "Kinsky-Park". Diese kleine orthodoxe Kirche stand ursprünglich in der Nähe der ukrainischen Stadt Mukatschewo in Ruthenien, das zwischen 1920 und 1939 ein Teil der ehemaligen Tschechoslowakei war. Die Kirche wurde 1929 demontiert und in Prag wiederaufgebaut. Sie war ein Teil der Exponate des "Museums für Landesgeschichte" und stand unter Denkmalschutz. Ob das Feuer gelegt wurde oder ob es sich um einen technischen Fehler handelte, wird momentan noch untersucht. Die Schäden könnten im Laufe der kommenden Tage beziffert werden. Die Kirche war immer mit regelmäßigen Gottesdiensten sonntags und montags aktiv. Die Stadt Prag schrieb sofort eine öffentliche Sammelaktion für den Wiederaufbau der Kirche aus​.​​

29.10.2020

Prager Busse und Straßenbahnen kriegen Bärte

Insgesamt 20 tschechische Verkehrsbetriebe, darunter auch der "Prager Verkehrsbetrieb" (DP) schließen sich dem traditionellen wohltätigen Projekt "Movember" an, das für seine Aufklärungstätigkeit im Bereich der Männergesundheit bekannt ist. Die Kampagne "Movember" bewirbt die Wichtigkeit der präventiven medizinischen Untersuchungen bei Männern, die rechtzeitig Hoden- und Prostatakrebs aufdecken können. Das Symbol der Kampagne ist ein Bart beziehungsweise ein Schnurrbart, der jedes Jahr auf vielen Werbeartikeln und in Medien zu sehen ist. Heuer können sich auch 20 Straßenbahnen und 40 Busse des "Prager Verkehrsbetriebes" auf einen Schnurrbart freuen. Die Ausgewählten bekommen einen Schnurrbart, der draußen an die Maske des Verkehrsmittels, unter der FahrerInnenkabine, angebracht wird.  ​

29.10.2020

Prager Weihnachtsmärkte 2020: bescheidenere Weihnachtsdeko

Der Stadtrat für Verwaltung des Stadtvermögens, Jan Chabr (SSPP-Vereinte Kräfte für Prag), schilderte, wie die heurigen Prager Weihnachtsmärkte aussehen könnten. Auf die Weihnachtatmosphäre will die Stadt keinesfalls verzichten. Im Vergleich zu den vorigen Jahren werden die Märkte aber in einem viel bescheideneren Rahmen stattfinden. Er rechnet mit einem Weihnachtsbaum und mit einer weniger pompösen Weihnachtsdekoration als früher. Sollte es die epidemiologische Situation erlauben, können einige Weihnachtsstände aufgebaut werden, aber keinesfalls in dem Ausmaß, wie in den Jahren zuvor. Die traditionelle Weihnachtsbühne und Veranstaltungen wird es nicht geben.​

26.10.2020

Prag empfiehlt vergebens Schließung von Märkten im Freien

 

 

Trotz der steigenden Zahlen an Neuinfektionen und der weltweiten höchsten Sterberate an CoViD-19, scheinen die PragerInnen nicht besonders beunruhigt zu sein. Beweis dafür sind die Prager Märkte, vor allem der Bio-Bauernmarkt am Moldauer Ufer im 2. Prager Bezirk und der Flohmarkt im 9. Bezirk, die am vergangenen sonnigen Wochenende aus allen Nähten platzten. Obwohl Märkte, als Orte, an denen auch Lebensmittel verkauft werden, von den verhängten Maßnahmen nicht betroffen sind und stattfinden dürfen, war die Menge an BesucherInnen besorgniserregend. Aus diesem Grund kontaktierte die Stadt die VeranstalterInnen der Märkte und verlangte eine temporäre Schließung. Da die Stadt keine Macht hat, die Maßnahmen einzufordern, fanden die Märkte trotzdem statt. Den VeranstalterInnen zufolge waren die BesucherInnen jedoch sehr diszipliniert und achteten auf die Abstände. Nachdem der Premierminister Andrej Babiš (ANO-JA) ein vor Ort gemachtes Foto gesehen hatte, kommentierte er es mit "Der Wahnsinn!".​

24.10.2020

Neuer Troja-Steg in Prag eröffnet

Am Freitag, den 23. Oktober 2020, wurde in den Nachmittagsstunden der neue Troja-Steg eröffnet. Diese FußgängerInnenbrücke, die die Prager Kaiserinsel mit dem Stadtteil Troja verbindet, ist die Nachfolgerin der im Jahr 2017 eingestürzten Brücke.  Der neue Steg kostete 150 Millionen Tschechische Kronen (5,5 Millionen Euro) und wurde durch die Firma "SMP CZ" erbaut. Der Steg ist 256 Meter lang und vier Meter breit. Eine dezente gelbe Beleuchtung ist im Geländer eingebaut. Im Notfall können Rettungswagen die Brücke ebenfalls nutzen. Die "Lebenserwartung" der neuen Brückenkonstruktion ist 100 Jahre. Die Brücke wurde so erbaut, dass sie nicht korrodieren wird .​

23.10.2020

Vereinheitlichung des öffentlichen Mobiliars in Prag klappt nicht

Seit dem Wettbewerb für das öffentliche Mobiliar sind bereits drei Jahre vergangen. An den neu sanierten Straßen und Parkanlagen Prags wurde weiterhin altes Stadtmobiliar aufgestellt. Der Wunsch der Stadtregierung, das Prager Mobiliar wäre moderner, schöner und vor allem einheitlich, bekommt somit kein Gehör. Die neuen DesignerInnenstücke, die die Stadtregierung damals ausgesucht hatte, kann man derzeit in Prag kaum sehen. Grund dafür ist, dass die Nutzung dieses Mobiliars in den Prager Bezirken nicht verpflichtend ist und vor allem, wie der Stadtrat für Verwaltung des Stadtvermögens, Jan Chabr (SSPP-Vereinte Kräfte für Prag), verriet, sei für die Bezirke der Preis des durch die Stadt ausgewählten Mobiliars zu teuer. Die Stadtregierung gibt zu, dass das Projekt der Mobiliar-Vereinheitlichung nicht besonders erfolgreich sei. Als Lösung schlägt sie vor, das Mobiliar für alle Bezirke zentral zu bestellen. Dies könnte sich auf den Endpreis positiv auswirken und wäre günstiger als Einzelbestellungen der Bezirke. Nach diesem Schritt meldeten bereits mehrere Bezirksverwaltungen wieder ihr Interesse an.​

23.10.2020

Wohnungsnot: Prag will leere Hotels kaufen

Um die Wohnungsnot von Bedürftigen oder der Schlüsselpersonen für Betriebe der Stadt zu lindern, möchte die Stadt Prag leerstehende Hotels und ähnliche Einrichtungen kaufen. Dort sollen leistbare Wohnungen für PolizistInnen, ÄrztInnen oder Feuerwehrleute entstehen. Ideal seien Hotels, in denen 20 bis 90 Einheiten, am besten eine Art Garconnieren, zur Verfügung stehen. Diese Einrichtungen sollen über einen öffentlichen Wettbewerb erworben werden. Die Angebote können bis 18. November 2020 eingereicht werden. Die Stadt Prag will auf diese Art und Weise etwa 500 Wohnungen errichten. Erwartungsgemäß problematisch sind die Immobilienpreise in Prag. Jene Hotels, die Prag gerne hätte, sind nicht sehr billig, und deren Wert ist in der aktuellen Corona-Krise auch nicht gesunken. Parteilose ImmobilienmaklerInnen sehen das Prager Vorhaben eher skeptisch. Teuer kaufen und billig vermieten sei nicht nahhaltig.

22.10.2020

Ordensübergabe am Nationalfeiertag abgesagt

Die traditionelle Ordensübergabe der höchsten tschechischen Staatsorden findet heuer nicht statt. Grund ist der aktuelle Notstand und die verhängte Beschränkung der sozialen Kontakte. Trotz der Warnungen der EpidemiologInnen bestand das Staatoberhaupt Miloš Zeman (parteilos) darauf, die traditionelle Verleihung durchzuführen. Das sorgte für Unmut unter der Bevölkerung, die selbst sehr strenge gesundheitliche Maßnahmen einhalten muss. Der Prager Oberbürgermeister Zdeněk Hřib (Piratenpartei) bezeichnete die Ordensverleihung als "Potentaten-Party der High Society aus der Burg". Am 22. Oktober 2020 verkündete man den Verzicht auf die Feierlichkeiten und hofft auf eine Verleihung im Oktober 2021. Der Leiter der Präsidentenkanzlei, Vratislav Mynář, bat die Ausgezeichneten um Verzeihung für die abwertende Worte des Prager Oberbürgermeisters. Seine Aussagen seien die größte Beleidigung in der hundertjährigen Geschichte der Ordensverleihung.

22.10.2020

Umstrittene Statue von Maria Theresia enthüllt

Zwischen dem ersten Entwurf und der endgültigen Aufstellung des Maria Theresia-Denkmals sind sieben Jahre vergangen. Jetzt steht die moderne Statue der in Tschechien historisch umstrittenenen Erzherzogin von Österreich und Königin von Böhmen im 6. Prager Bezirk. Das Werk von Jan Kovařík wurde am 20. Oktober 2020 enthüllt, als erste Statue der Erzherzogin auf tschechischem Gebiet. Die Enthüllung fand am Jahrestag der Thronbesteigung von Maria Theresia im Jahr 1740 statt. Gegen die Errichtung des Denkmals gab es zahlreiche kritische Stimmen und sogar zwei Petitionen. Nicht nur die Person von Maria Theresia ist in Tschechien umstritten, sondern nun auch ihre 5,5 Meter große und sieben Tonnen schwere Statue. Die PragerInnen haben sie bereits jetzt zum "weißen Kegel" beziehungsweise einer Spielfigur vom Brettspiel "Mensch, ärgere dich nicht" umgetauft.​

20.10.2020

Zusatzschilder für Straßen im 1. Prager Bezirk

Das Rathaus des 1. Prager Bezirks plant, Erklärungsschilder zu den bestehenden Straßenschildern anbringen zu lassen. Auf diesen kleinen blauen Zusatztafeln soll der Ursprung der Straßenbezeichnung erklärt werden, zum Beispiel, wer die Person war, nach der die Straße benannt wurde, und wodurch sie bekannt wurde. Das Rathaus verfügt bereits über eine Liste jener Straßen, die solche Schilder erhalten sollen und verhandelt bereits mit den BesitzerInnen jener Häuser, an denen sie angebracht werden sollen.

19.10.2020

Prag 2 verklagt den Besitzer des Bahnhofes Vyšehrad

Der Besitzer des ehemaligen Bahnhofes Vyšehrad im zweiten Prager Bezirk wurde von der Bezirksverwaltung verklagt. Grund ist, dass der private Besitzer des Bahnhofes das unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude verfallen und die Umgebung verwildern lässt und sich weigert, mit den Behörden zu kommunizieren. Zuletzt stürzte sogar das Dach ein, was die Sicherheit der FußgängerInnen gefährdet. Das Bahnhofsgebäude wurde in den Jahren 1904 bis 1905 errichtet, der Zugverkehr wurde 1960 eingestellt. Bezirk und Stadt wollten das Gebäude mehrmals erwerben, aber der Besitzer verweigerte stets die Kontaktaufnahme.

19.10.2020

Prag will Palais Clam-Gallas sanieren lassen

Die Stadt Prag will das Palais Clam-Gallas, das sich Ecke Marienplatz/Hus-Straße im ersten Prager Bezirk befindet, sanieren lassen. Das historische Palais befindet sich seit 1993 im Besitz der Hauptstadt Prag, die es für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte nutzt. Für eine komplette Sanierung ist die Stadt bereit, 344 Millionen Tschechische Kronen (12,6 Millionen Euro) auszugeben. Die erste Sanierungsetappe steht nun kurz vor ihrer Ausschreibung, die der Prager Gemeinderat in den kommenden Wochen verabschieden soll. In der ersten Etappe sollen die Portale, die Hausfassade und das Dach saniert werden. Diese Kosten dafür werden sich voraussichtlich auf 63 Millionen Tschechische Kronen (2,3 Millionen Euro) belaufen.

17.10.2020

Haltestellen-Inseln im Prager Zentrum werden vergrößert

Die Stadt Prag hat vor, einige Haltestellen-Inseln im Zentrum vergrößern zu lassen. Aktuell wird bereits an der Straßenbahnhaltestelle "Malostranská" gearbeitet. Diese Haltestelle im 1. Prager Bezirk gehört zu den am meisten ausgelasteten im Zentrum, da von dort auch die meisten TouristInnen zur Prager Burg fahren. Die Haltestelle wird fast verdoppelt, sodass der Fahrstreifen, der sich unmittelbar in der Nähe befindet, weichen muss. Nächste Woche sollen dieselben Arbeiten an der Haltestelle in der Gegenrichtung durchgeführt werden. Die Stadt Prag plant künftig die Anpassung von weiteren Straßenbahn-Inseln, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben. So sollen die Inseln an der Haltestelle "Staroměstská" und "Národní divadlo" in der Prager Altstadt vergrößert und angepasst werden.

15.10.2020

Tschechien kämpft mit Hochwasser

Der Dauerregen der letzten Tage verursacht in ganz Tschechien zahlreiche Überschwemmungen und Hochwasser vor allem in Ostböhmen, Schlesien und Mähren. Viele Straßen, Häuser und Keller landesweit sind aktuell überflutet, es kam zu mehreren Verkehrsstörungen. Bislang wurden keine Opfer gemeldet und Evakuierungen waren noch nicht notwendig. Jedoch wurde in elf Regionen der Republik die höchste Hochwasserwarnstufe ausgerufen und in der Stadt Olmütz droht der Fluss Morava bereits am Freitag über die Ufer zu treten.

15.10.2020

Prag unterstützt Kampagne gegen Schuldenfalle

Der Prager Magistrat gab kürzlich bekannt, die Nichtregierungsorganisation "Mensch in Not" (Člověk v tísni) bei ihrer Kampagne gegen Überschuldung zu unterstützen. So will die Stadt in all ihren Infozentren und Magistratsabteilungen, Flugblätter und Informationen verteilen, wie einer Schuldenfalle entgangen werden kann und vermieden wird in Zahlungsunfähigkeit zu geraten. Für diejenigen, die sich bereits auf dem Weg in die Insolvenz befinden, gibt es die Möglichkeit die Helpline des CVT zu kontaktieren, um sich beraten zu lassen. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der InteressentInnen angesichts der Corona-Pandemie rasant ansteigen wird, da sich bereits Anfang 2020 ähnlich viele Personen an die Helpline gewandt hatten, wie im Laufe des gesamten Jahres 2019.

14.10.2020

Weitere Bikesharing-Firma in Prag

In der tschechischen Hauptstadt sind derzeit mehrere Unternehmen tätig, die Fahrräder im Rahmen eines Bikesharings anbieten. Jetzt bietet auch die Firma "Bolt", die für ihre Taxi-App bekannt ist, 600 Elektrofahrräder zum Verleih in Prag an, ein Service, das bereits von den Unternehmen "Homeport" und "Rekola" bereitgestellt wird. Für die Entriegelung eines "Bolt"-Rades reicht die klassische "Bolt"-App mit der auch das "Bolt"-Taxi bestellt werden kann.

12.10.2020