City News Archiv

Kalender Kalender schließen
-
Kalender Kalender schließen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Sarajevo und Kiew unterzeichnen Abkommen zur Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen

​Die Sarajevoer Bürgermeisterin Benjamina Karić (SDP – Sozialdemokratische Partei) und der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, unterzeichneten beim Internationalen Investitionsforum in Brüssel ein Kooperationsabkommen. Die beiden Städte vereinbaren darin, zum gegenseitigen Nutzen in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Bildung, Stadtentwicklung, Raumplanung und neue Technologien zusammenzuarbeiten. Sie möchten gemeinsam für die europäischen Werte Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zwecks Förderung des friedlichen Zusammenlebens in Europa einstehen. Es wurde auch gegenseitige humanitäre Unterstützung zugesichert. Die Kabinette der beiden Städte für internationale Beziehungen werden als Bindeglied auf beiden Seiten fungieren sowie regelmäßige Kontakte und gemeinsame Projekte pflegen. Alle Forumsteilnehmer*innen seien vereint in Solidarität und dem Glauben, dass Kiew gemeinsam mit Verbündeten​ aus aller Welt diesen Krieg gewinnen wird, sagte Karić abschließend. 

29.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

In Sarajevo öffnet das erste "Ex-Yu Rock Center"

​Im ersten "Ex-Yu Rock Center" in der Sarajevoer Innenstadt, das am 29. November seine Tore öffnete, leben Songs und Rockmusiker*innen aus dem alten Jugoslawien neu auf. Neben Souvenirs sind für die Besucher*innen auch Fotos, Audio- und Videoexponate mit detaillierter Beschreibung der damaligen Musik- und Rockkultur ausgestellt. Das Zentrum wird seine Arbeit erst 2024 vollständig aufnehmen. In der Zwischenzeit sind mehrere Ausstellungen geplant. Die erste und aktuelle Ausstellung widmet sich dem goldenen Zeitalter der Sarajevo-Musik- und Demokultur. Die Initiative der Ex-Yu Rock Society (www.ex-yurock.com) wurde unter anderem von der Botschaft des Königreichs der Niederlande, der Botschaft der Schweiz, der Europäischen Union, dem Ministerium für Kultur und Sport des Kantons Sarajevo, der französischen Botschaft und von der UNESCO unterstützt. 

29.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Erstes Zentrum für Geschichte der Jüd*innen von Bosnien-Herzegowina nimmt Arbeit auf

​Mitten im alten Stadtkern von Sarajevo wurde das erste Zentrum zur Erforschung der Geschichte der bosnisch-herzegowinischen Jüd*innen​ eröffnet. Diese Einrichtung stellt eine zentrale Datenbank dar. Die Idee, ein solches Forschungszentrum zu eröffnen, entstand schon vor zehn Jahren. Die Jüdische Gemeinde von Bosnien-Herzegowina hatte aber weder eine entsprechende Location noch regelmäßige Einnahmen. Die Idee wurde vom Bezirksvorsteher Altstadt Ibrahim Hadžibajrić (NES – Volkseuropäische Union von Bosnien-Herzegowina) aufgegriffen und finanziell unterstützt. Das Zentrum beherbergt eine Bibliothek und einen Raum für Mikrofilme und Digitalisierung. Die jüdische Gemeinde von Bosnien besteht seit 500 Jahren, das Zentrum vereint alles Wissenswerte über sie. Das Archivmaterial, Daten und Dokumente wurden dank hervorragender Zusammenarbeit mit Museen, Archiven, Bibliotheken und diversen Kultureinrichtungen aus Bosnien, den Nachbarländern sowie von ​Österreich und Israel erworben.

29.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

EU-Erweiterungskommissar unterstützt EU-Kandidatenstatus Bosnien-Herzegowinas

​Der EU-Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik Oliver Varhelyi traf am 28. November mit dem Vorsitzenden des Nationalrates Bosnien-Herzegowinas, Zoran Tegeltija (SNSD  Union der unabhängigen Sozialdemokraten), Außenministerin Bisera Turković (SDA ​ Partei der demokratischen Aktion) sowie Finanzminister Vjekoslav Bevanda (HDZ BiH – Kroatische demokratische Union) zusammen. Themen der Gespräche waren der europäische Weg Bosniens und die Fortschritte bei den festgelegten Schlüsselreformprioritäten. Tegeltija hofft, dass der Europäische Rat Mitte Dezember die Zuerkennung des Kandidatenstatus für Bosnien bestätigen werde. Diese Entscheidung würde die po​litischen Beziehungen innerhalb des Landes entspannen und den Fokus aller politischen Akteur*innen auf den europäischen Weg und die notwendigen Reformen lenken. Laut der neuen Vorsitzenden des bosnischen Präsidiums, Željka Cvijanović (SNSD), könne sich das Land nicht den Luxus leisten, zehn oder zwölf Jahre lang darauf zu warten.

28.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

95 Prozent der Wälder im Teilland Föderation wurden abgeholzt, 60 Prozent aufgeforstet

​Laut der Forstbehörde des Teillandes Föderation sei der Waldschutz in diesem Teil des Landes nicht zufriedenstellend. Das liege hauptsächlich daran, dass es für die kantonalen Forstverwaltungen keinen einheitlichen Gesetzesrahmen auf föderaler Ebene gebe. Ein weiteres Problem stellen auch die unzureichende Zahl von Förster*innen, schlecht ausgerüstete Wachen, zu große Forstbereiche und die vermehrte illegale Abholzung aus sozioökonomischen Gründen dar. In den letzten zehn Jahren (2012 bis 2021) wurden von den Forstunternehmen in der Föderation insgesamt 11.023,3 Hektar oder nur etwa 60 Prozent der gesamten Zehnjahresplanung (18.313, 8 Hektar) aufgeforstet, während gleichzeitig die geplante jährliche Fällquote im gleichen Zeitraum bei rund 95 Prozent (in manchen Jahren sogar höher als geplant) lag.​

28.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Neues Parlament Bosniens soll Mehrwertsteuer auf gespendete Lebensmittel abschaffen

​Die Sarajevoer Stiftung Mozaik leitet die Kampagne "Niemand soll hungern, niemand soll allein sein", in der sie die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Unternehmen fordert, die Lebensmittel spenden wollen. Derzeit besteht eine gesetzliche Verpflichtung, Lebensmittelspenden zu versteuern. Der SDP-Abgeordnete (Sozialdemokratische Partei) Saša Magazinović unterstützte diesen Vorschlag und hofft ebenfalls auf die Unterstützung der neuen Parlamentsabgeordneten. Nach aktuellen Daten lebt mehr als die Hälfte der Bürger*innen unter oder an der Armutsgrenze. Zugleich werden jährlich landesweit etwa 400 Tonnen Lebensmittel weggeworfen, davon mehr als ein Drittel oder 140 Tonnen von Unternehmen. Wenn jemand Lebensmittel, die kurz vor dem Verfallsdatum stehen, im Wert von einer halben Million spenden möchte, muss er nach derzeitigem Gesetz jedoch 86.920 Euro Mehrwertsteuer zahlen. Am 1. Dezember findet die konstituierende Sitzung des Repräsentantenhauses des Parlaments von Bosnien-Herzegowina statt, bei der die vorgeschlagene Initiative von 42 Abgeordneten diskutiert wird.​

21.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Stadt Sarajevo initiiert Erneuerung der einzigen Sternwarte in Bosnien-Herzegowina

​Vor dem Bosnien-Krieg gab es auf dem Olympiaberg Trebević südlich von Sarajevo auf dem Gelände von Čolina kapa und der ehemaligen österreichisch-ungarischen Festung auf der Bergkuppe Bistrik Kula ein astronomisches Observatorium, das als führende Institution in Südosteuropa fungierte. Im Krieg wurde es vollkommen zerstört, zumal diese Stelle die Grenzlinie war. Nach dem Krieg wurde das Gebiet entmint und es entstand die Idee, das Observatorium und damit die Astronomie als Wissenschaftszweig in Bosnien-Herzegowina neu aufleben zu lassen. 25 Jahre später wurde die Initiative von der Sarajevoer Bürgermeisterin Benjamina Karić (SDP ​ Sozialdemokratische Partei) begrüßt, die Sanierungsarbeiten sind für Anfang 2023 geplant. In Zusammenarbeit mit der Universität Sarajevo ist die Einrichtung eines Lehrstuhls für Astronomie und Astrophysik geplant, wo das Personal für die Nutzung der Ausrüstung im Observatorium geschult werden soll.

21.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Stadt Sarajevo beschafft E-Fahrzeug zur Beförderung von Kindern mit Entwicklungsstörungen

​Die Stadt Sarajevo hat sich für die Mittel im Projekt EU4 Energy Transition beworben und wird diese bald erhalten. Laut Bürgermeisterin Benjamina Karić (SDP – Sozialdemokratische Partei) wird ein E-Fahrzeug im Wert von 50.000 Euro ausschließlich zur Beförderung von Kindern mit Entwicklungsstörungen angekauft. Das E-Fahrzeug soll die Kinder zum Schwimmunterricht bringen und wieder abholen. Die Absicht sei, die Beförderungskosten für Familien von Kindern mit Entwicklungsstörungen zu senken sowie die Luftverschmutzung zu reduzieren.  ​​

15.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Drei illegale Deponien in Bosnien-Herzegowina geräumt

Im Mai 2022 wurden Schätzungen zufolge etwa 1.100 illegale Müllhalden in Bosnien-Herzegowina verzeichnet. Diese entstehen meistens in Wäldern, an Flussufern und in ländlichen Gebieten in der Nähe von Städten. Im Sarajevoer Stadtbezirk Centar und im Kantonsbezirk Ilijaš befanden sich vor kurzem die zwei größten illegalen Mülldeponien, wo sich gebrauchte Haushaltsgeräte, Möbel, tierische Abfälle und Baumaterial türmten. Die drittgrößte Deponie befand sich in der Kleinstadt Visoko (circa 33 km von Sarajevo entfernt). Nun wurden diese erstmals im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojekts mit Serbien "Gemeinden mit null Abfall" in je drei Gemeinden beseitigt. Zudem wurden Aktionspläne und Handbücher erstellt, eine entsprechende Ausrüstung für Kommunalunternehmen und Sets für die Hausmüllentsorgung besorgt sowie mehrere Schulungen mit verschiedenen Interessensvertreter*innen organisiert. In Zusammenarbeit von Gemeindevertreter*innen und Kommunalunternehmen wurden GIS-Karten erstellt, welche die Standorte der illegalen Deponien in allen sechs Gemeinden in Bosnien und Serbien enthalten.​

14.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Kanton Sarajevo fördert zehn junge Startups

Die Regierung des Kantons Sarajevo hat nach Abschluss des heurigen Aufrufs zur Beschäftigungsförderung in der IT-Branche 10 Unternehmen ausgewählt, welche die Ausschreibungsbedingungen erfüllten. Diese werden vom Wirtschaftsministerium des Kantons Sarajevo mit circa 349.000 Euro bei diversen Ausbildungsprogrammen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze (heuer insgesamt 70) unterstützt. Dies spielt insbesondere jetzt eine große Rolle, da es wichtig ist, die Abwanderung von jungen Talenten zu verhindern. Junge Menschen, die mit dem Ministerium Verträge zur Gründung eines eigenen Unternehmens unterzeichnet haben, konnten davor Erfahrung in der Privatwirtschaft sammeln und wurden nun mit der Unterstützung des Wirtschaftsministeriums ermutigt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nächstes Jahr plant das Ministerium ein Zentrum zur Entwicklung des Unternehmer*innentums sowie ein Gründer*innenzentrum ins Leben zu rufen, das den Startups die notwendige finanzielle Unterstützung im ersten Geschäftsjahr bieten wird. 

14.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Bosnien-Herzegowina erwartet die bisher höchste Luftverschmutzung im Winter

Aufgrund von steigenden Schadstoffemissionen, vor allem durch den Gebrauch von Heizöfen, muss Bosnien-Herzegowina, laut Expert*innen, mit einer besonders starken Luftverschmutzung in der Winterzeit rechnen. Der massive Einsatz von Kohle als Brennstoff wird die auch in früheren Jahren schlechte Luftqualität zusätzlich negativ beeinflussen. Die Emissionsreduzierung ist zwar ein langfristiges Problem, ihr wird aber überwiegend nur in den Wintermonaten Beachtung geschenkt. Konkrete Maßnahmen und Lösungen blieben bisher aus. Einzelne Teile des Landes haben jedes Jahr auch noch vor dem offiziellen Beginn der Heizsaison mit erhöhter Luftverschmutzung zu kämpfen. Am meisten sind die Kantone Zenica-Doboj,  Tuzla und Sarajevo betroffen. Die aktuelle Belastung durch Partikel der Kategorie PM 2,5 ist 27,5 Mal höher als die jährlichen Referenzwerte der WHO. Bei Kindersterblichkeit aufgrund von Luftverschmutzung steht Bosnien-Herzegowina in Europa an der Spitze.​

8.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

EUFOR-Stabilisierungsmission Althea in Bosnien-Herzegowina um ein Jahr verlängert

Das Mandat der EU-geführten EUFOR-Stabilisierungsmission Althea in Bosnien-Herzegowina begann 2004, nachdem die NATO die Rolle der Friedenssicherung im Land an die Europäische Union übergeben hatte. Am 2. November entschied der UN-Sicherheitsrat einstimmig, trotz Spekulationen über ein mögliches Veto Russlands, das Mandat der EUFOR-Kräfte um ein weiteres Jahr zu erneuern. Es wurde lange über die Beteiligung der Kräfte der kroatischen Armee im Rahmen einer solchen NATO-Mission in Bosnien-Herzegowina diskutiert. Der kroatische Präsident Zoran Milanović (HDZ -Union der demokratischen Union) hat mehrmals darauf bestanden, dass Kroatien als Vollmitglied der NATO das Recht zustehe, Teil einer solchen Mission in Bosnien-Herzegowina zu sein. Nach dem Daytoner Friedensabkommen jedoch ist die Präsenz jeglicher ausländischer Militäreinheiten in Bosnien-Herzegowina, vor allem aus den Nachbarstaaten, die am Bosnienkrieg beteiligt waren, verboten. ​

8.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Bosnien-Herzegowina ist Mitunterzeichner der drei Mobilitätsabkommen beim Westbalkangipfel

Die Staats- und Regierungschef*innen aller sechs Westbalkanstaaten haben auf dem Gipfel des Berliner Prozesses am 3. November drei Mobilitätsabkommen unterzeichnet, die das Reisen mit Personalausweis in der Region und die gegenseitige Anerkennung von Hochschul- und Berufsabschlüssen ermöglichen. Begonnen wird zunächst auf staatlichen Hochschulen, danach soll eine Ausweitung auf private Hochschulen kommen. Ziel ist es, jungen Menschen einen besseren akademischen Austausch in der Region zu ermöglichen. Mitunterzeichner aus Bosnien-Herzegowina war Ministerpräsident Zoran Tegeltija (SNSD – Union der unabhängigen Sozialdemokraten). Bevor die Abkommen ​umgesetzt werden, müssen sie erst vom bosnischen Präsidium und dann vom Staatsparlament bestätigt werden. ​​

3.11.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Wohnungspreise in Sarajevo unter den günstigsten im Regionalvergleich

Laut dem Property Index des Beratungsunternehmens Deloitte gehört Sarajevo immer noch zu den günstigsten europäischen Städten in Bezug auf die Wohnungspreise. Pro Quadratmeter bewegen sich die Preise zwischen 1.270 Euro und 2.043 Euro. Auf regionaler Ebene ist es in Belgrad (Serbien) am teuersten, wo eine Wohnung von 50 Quadratmetern bis zu 120.000 Euro kostet. In Zagreb (Kroatien) belaufen sich die Preise für einen Quadratmeter im Zentrum durchschnittlich auf bis zu 2.400 Euro. Ein Quadratmeter einer Zweizimmerwohnung in Podgorica (Montenegro) kostet durchschnittlich 1.550 Euro und in Skopje (Nordmazedonien) 1.400 Euro. In der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas ist unter anderem ein starker Preisanstieg bei Neubauten bemerkbar. Investor*innen begründen diesen mit der Verteuerung von Baumaterialien und Arbeitskräften.​​

27.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Proteste in Banja Luka wegen angeblicher Wahl-Unregelmäßigkeiten

​In Banja Luka fanden am 25. Oktober unter der Führung der regierenden Koalitionsparteien in der Republika Srpska (RS), zu denen auch die SNSD (Union der unabhängigen Sozialdemokraten) mit Milorad Dodik, Mitglied des bosnisch-herzegowinischen Staatspräsidiums, zählt, Proteste wegen der von der Zentralen Wahlkommission (CIK) angeordneten erneuten Stimmenauszählung für das Präsident*innen und Vizepräsident*innenamt der Teilrepublik Srpska statt. Laut Dodik hat die Wahlkommission die Republika Srpska durch diese Forderung offen angegriffen. Auch alle Bürger*innen, die nicht zu den Protesten erschienen, seien gegen die RS. Nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 2. Oktober hatte die Opposition zweimal wegen Verdachts auf Wahlbetrug der SNSD Proteste durchgeführt, auch um Druck auf die Wahlkommission für eine erneute Stimmenauszählung auszuüben. Mit Erfolg: Diese erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen aufgetauchter gefälschter Stimmzettel.​

25.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina fordert Regelung des Staatsvermögens

​In Bosnien-Herzegowina stehen mehrere Reformen hinsichtlich Trennung von Militär- und Staatseigentum auf dem Programm. In diesem Zusammenhang wird spekuliert, dass der hohe Repräsentant Christian Schmidt neue Entscheidungen fällen könnte. Bosnien-Herzegowina hat als einzige ehamlige jugoslawische Teilrepublik die Frage des militärischen Eigentums noch nicht geklärt. Schmidts Vorgänger Valentin Inzko hatte vor 17 Jahren angeordnet,​ den aktuellen Status unverändert zu lassen, bis das Staatsparlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Das militärische Eigentum soll direkt als Staatseigentum definiert werden, während das Staatseigentum auf die beiden Teilländer aufgeteilt werden soll. Diesbezüglich sei die Kooperation des Staatsparlaments mit den Teilländern erforderlich. Das Staatseigentum umfasst zum großen Teil Wald- und Flusslandschaften sowie landwirtschaftliche Nutzflächen.

21.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Sarajevoer Firma produziert ersten bosnischen Roboter

​Der erste bosnische Roboter wurde vollständig in der Werkstatt des Unternehmens Dyzart in Sarajevo hergestellt. Laut Direktor Jasmin Ahmić soll er ein Beweis dafür sein, dass ein so anspruchsvolles Produkt in Bosnien-Herzegowina hergestellt werden kann. Dyzart startete vor fast 20 Jahren und produzierte 2005 die erste CNC-Maschine. Danach wurden ein C02-Laser, ein 3D-Drucker, ein Plasma- und ein Metallschneidlaser hergestellt. Die Firma kauft unter anderem auch gebrauchte Roboter und baut sie für andere Zwecke um​. In Bosnien werden diese angepassten Roboter bereits in der Holzindustrie eingesetzt.​

20.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Erste Ergebnisse des schwedischen Projekts zur grünen Wirtschaftsentwicklung Bosnien-Herzegowinas präsentiert

​Das vor zehn Jahren gestartete Projekt der schwedischen Botschaft in Bosnien-Herzegowina, "Green Economic Development"​​ (GED), hat sich als besonders erfolgreich erwiesen, da das Projekt Investor*innen aus diesem Bereich mit lokalen Regierungsvertreter*innen vernetzt und durch die Know-how-Vermittlung der UN-Entwicklungsagentur die Energieeffizienz öffentlicher und privater Gebäude fördert. Dadurch werden grüne Arbeitsplätze geschaffen und die Luftgüte verbessert. Durch die mittels dieses Projekts abgeschlossenen Gebäudesanierungen und Wärmedämmungen werden jedes Jahr 6 Millionen Euro und 25 Kilotonnen CO2-Emissionen eingespart. Bisher konnten durch das Projekt 5.700 grüne Jobs im Land generiert werden.

20.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Migrationsrouten in Bosnien-Herzegowina erneut aktiv

​Laut Ausländer*innenbehörde betrug 2021 die Gesamtzahl der registrierten​ illegalen Migrant*innen 15.812. Seit Beginn 2022 wurden bereits 19.446 illegale Migrant*innen registriert, allein im September waren es 4.047. Derzeit befinden sich insgesamt 2.976 Migrant*innen in vorübergehenden Aufnahmeeinrichtungen. Die Grenzpolizei Bosnien-Herzegowinas warnt vor einem Ansturm. Die Stadt Zvornik im Nordosten stehe unter dem größten Druck. Da die Geflüchteten das Gelände nicht kennen und der schwankende Wasserstand des Grenzflusses Drina gefährlich ist, sind in diesem Teil des Landes Migrant*innen ertrunken.

20.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Einschüchterung von Journalist*innen in Bosnien-Herzegowina weiter ein großes Problem

Laut einem aktuellen Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission für Bosnien-Herzegowina setzen sich der politische​ Druck und die Einschüchterungen von Journalist*innen fort, dem öffentlich-rechtlichen Sender drohe die Stilllegung und es bestehe weiterhin eine Ungleichheit zwischen weiblichen und männlichen Journalist*innen. Betont wurde die ernste Lage in Bezug auf Einschüchterungen und Drohungen gegen Journalist*innen. Ständige verbale Angriffe und nationalistische Rhetorik haben laut dem Bericht ein feindseliges Umfeld für die Medienfreiheit geschaffen. Während der Pandemie waren vor allem Journalistinnen mit indirekter Diskriminierung konfrontiert und hatten mit schweren beruflichen Konsequenzen zu kämpfen. Sogar mehr als 10 Prozent der Journalistinnen verloren ihre Stelle.​​​​​

17.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

"Mia Chatbot" ist erste digitale Assistentin in bosnischen Städten

Geburtsurkunden, Informationen über den Ablauf von Trauungen auf dem Standesamt, Registrierung von Unternehmen und die Vergabe von Stipendien werden nun in den Städten Laktaši und Bijeljina in der Teilrepublik Srpska mit wenigen Klicks bequem online zu bekommen sein. Die App "Mia Chatbot" wurde von der Stadt Laktaši in Zusammenarbeit mit der deutschen Regierung entwickelt. Nutzer*innen können dank digitaler Assistenz 24/7 an allen Wochentagen per Facebook oder über die App Viber Anträge online stellen. Sie übernehmen nur die Portokosten für die Zustellung der Unterlagen an die Wohnadresse. Laktaši ist nicht nur als Geburtsort des kontroversen Politikers Milorad Dodik bekannt. Sie hat auch das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der Republika Srpska. Die Financial Times habe sie​, wie die lokalen Stadtvertreter*innen gerne hervorheben, zur begehrtesten Kleinstadt für Investi​tionen in Europa erklärt.​​

17.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

EUFOR-Truppen veranstalten Militärübung in Bosnien-Herzegowina

Soldat*innen aus 20 Nationen versammeln sich zu dieser Militärübung und zeigen dadurch die Entschlossenheit der EUFOR, für ein sicheres Umfeld für alle Bürger*innen Bosnien-Herzegowinas zu sorgen. Wie in den Vorjahren wird der multinationale Militäreinsatz der Europäischen Union durch zusätzliche Truppen seine Präsenz in ausgewählten städtischen und ländlichen Gebieten verstärken. EUFOR wird eng mit den Streitkräften von Bosnien-Herzegowina, lokalen Gemeinden und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten. Wie bei früheren Übungen soll Quick Response 22 erneut das Engagement der Europäischen Union für eine europäische Zukunft des Landes bestätigen.​​

17.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Frauen in Bosnien-Herzegowina protestieren gegen häusliche Gewalt

Die Forderungen nach Gerechtigkeit angesichts der Gewalt gegen Frauen und Femiziden werden in Bosnien-Herzegowina immer lauter. Der neueste Mord an einer Frau in der nordwestlichen Stadt Bihać (circa 230 Kilometer von Sarajevo entfernt) sorgte vergangene Woche landesweit für Empörung und löste Proteste hunderter Frauen in den Städten Bihać, Tuzla, Mostar und Sarajevo aus. Der Femizid soll nicht länger als Familientragödie, Familiengewalt oder Verbrechen aus Leidenschaft betrachtet werden, sondern als Straftatbestand in alle Gesetze und Verordnungen aufgenommen werden, so die Forderungen der Demonstrierenden. Die Strafgesetze müssten dringend mit der Istanbul-Konvention in Einklang gebracht werden und Strafverfahren überprüft werden. ​

16.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Aktionsplan zur Gleichstellung der LGBTQI-Community in Bosnien-Herzegowina verabschiedet

Initiiert von der bosnischen Agentur für Geschlechtergleichberechtigung, dem Staatsministerium für Menschenrechte und Flüchtlinge, mit Unterstützung der EU und des Europarates wurde in Sarajevo am 12. Oktober das erste Aktionsprogramm zur Förderung der Menschenrechte und Grundfreiheiten 2021 – 2024 präsentiert, das LGBTQI-Personen nicht nur mehr Freiheiten und Rechte einräumen wird, sondern auch die in der Gesellschaft bestehenden Vorurteile abbauen soll. In der Staatsverfassung werden die sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsmerkmale in Bezug auf das Diskriminierungsverbot nicht besonders berücksichtigt. Die Regierung richte sich nach der Europäischen Charta zum Schutz der Menschenrechte, woraus auch die zukünftige Entwicklung von Gesetzen und Praktiken abgeleitet werde. ​​​

13.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Wasserknappheit in Bosnien-Herzegowina eher ausgeschlossen

​Bis 2050 könnten bis zu 17 Prozent der europäischen Bevölkerung aufgrund von Hitzewellen und Dürren mit extremer Wasserknappheit konfrontiert sein, aber in Bosnien-Herzegowina sei die Wasserknappheit eher ausgeschlossen, so der Hydrologe Zoran Mateljak. Das Land sei reich an Wasserressourcen. Es gebe bis jetzt keine gefährdeten Regionen wie im restlichen Europa und ökologische Katastrophen wie am Rhein und der Oder werden ebenfalls ausgeschlossen. Doch aufgrund der Energiekrise in Europa stehen die Wasserläufe in Bosnien-Herzegowina unter zusätzlichem Druck und Mini-Wasserkraftwerke seien keine smarten Lösungen, da diese negative Umweltauswirkungen haben.​

8.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Sarajevo im Rennen um den Titel der europäischen Stadt der Demokratie

​Im Jänner 2023 wird bekanntgegeben welche Stadt von insgesamt 13 zur ersten Europäischen Demokratie-Hauptstadt (European Capital of Democracy – ECoD) ernannt wird. Unter den Kandidat*innen ist auch die Stadt Sarajevo. Weitere Städte, die um den Titel wetteifern, sind Antwerpen, Barcelona, Bologna, Braga, Brüssel, Burgos, Cascais, Linz, Metz, Opole, Rzeszow und Valongo. Zunächst wird eine Fachjury von fünf Expert*innen aus dem Demokratiebereich eine engere Auswahl der fünf besten Kandidat*innen treffen, wonach 10.000 Bürger*innen aus allen Mitgliedsländern des Europarates das letzte Wort haben werden. Abgestimmt wird auf https://capitalofdemocracy.eu/join-the-citizens-jury/​.


7.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Erste Drohnen "Made in Bosnia" entwickelt

​Ende September präsentierte das Zentrum für fortgeschrittene Technologien (CNT) in Sarajevo die bisher wichtigsten Projekte. Dem Team von elf Wissenschaftler*innen und mehreren externen Mitarbeiter*innen aus naturwissenschaftlichen Bereichen gelang es, die ersten Drohnen aus heimischer Produktion zu entwickeln. Das CNT ist eine 2018 gegründete öffentliche Einrichtung unter der Schirmherrschaft des Wirtschaftsministeriums des Kantons Sarajevo (KS), konzipiert als Outsourcing für die Industrie in Bosnien-Herzegowina. Neben den Drohnen untersuchte das Zentrum Materialien wie Wolfram und Titan sowie die Möglichkeiten, ihr Pulver für medizinische Zwecke zu verwenden. Zu den wichtigsten Projekten gehören auch der Bau eines Leuchtpunktvisiers sowie eines Laser-Entfernungsmessers.
​​​

7.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Erster hochmodern ausgestatteter Recyclinghof in Bosnien-Herzegowina nimmt bald seinen Betrieb auf

​Im Sarajevoer Kantonsbezirk Ilijaš öffnet demnächst der erste modern ausgestattete Wertstoffhof in Bosnien-Herzegowina, wo jede Art von Abfall (Plastikverpackungen, Papier und Karton, Textilien, Glas, Metall, Sperrmüll, Bauschutt) getrennt entsorgt werden kann. Die Ausstattung umfasst Metallcontainer für Elektronik- und Elektroschrott, Akkus und Batterien, Container für Neonröhren, gefährliche Bestandteile von Siedlungsabfällen und Container für Batterien und Medikamente mit einem Volumen von 1.000 Litern. Das Projekt ​im Wert von 350.000 Euro wurde in Zusammenarbeit des Bezirks mit der Regierung des Kantons Sarajevo und dem Umweltfonds der Föderation Anfang August 2019 in Angriff genommen. ​​

6.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

K.u.k. Dampflokomotive kehrt in Sarajevoer Bahnhof Bistrik zurück

​Auf die Initiative der Stadt Sarajevo soll bald im denkmalgeschützten Sarajevoer Bahnhof Bistrik aus der österreichisch-ungarischen Regierungszeit die 121 Jahre alte Dampflokomotive Kusača ausgestellt werden. Dank dieser sollen Erinnerungen an die Zeit geweckt werden, als der heutige Tourist*innenmagnet täglich Besucher*innen und Fahrgäste willkommen hieß. So sollen noch einmal die Authentizität und Attraktivität des Gebäudes zum Ausdruck gebracht werden. Die Aufbereitung der alten Eisenbahn, die aus der Kleinstadt Zavidovići im Kanton Tuzla nach Sarajevo transportiert wird, soll 38.279 Euro kosten und wird vom Wirtschaftsministerium des Kantons Sarajevo und der Sarajevoer Stadtverwaltung gemeinsam finanziert.​

6.10.2022
pfeil offnen
  • Sarajevo
  • Bosnien-Herzegowina
  • ARCHIV

Kroatiens Präsident soll zur Persona non grata in Sarajevo erklärt werden

Die Stadt Sarajevo verurteilt die Aussagen des kroatischen Staatspräsidenten Zoran Milanović (parteilos), über die Lage der Ethnien in Bosnien-Herzegowina und Sarajevo. Der Sarajevoer Gemeinderat will nun auf Vorschlag der Sarajevoer Bürgermeisterin Benjamina Karić (SDP - Sozialdemokratische Partei) am 5. Oktober über die Annahme einer Deklaration abstimmen, mit der Milanović zu Persona non grata erklärt werden soll, bis er seine Einstellung ändert. Laut Medienberichten wurde nicht angegeben, um welche Äußerungen von Milanović es sich genau handelt. Mehrere seiner Aussagen wurden im letzten Jahr kritisiert, insbesondere jene, dass Bosnien und Herzegowina zuerst "Seife, dann Parfüm" brauche. Auch kommentierte er die Forderungen einzelner bosnischer Politiker*innen zur Errichtung des Bürger*innenstaates Bosnien-Herzegowina als einen fernen Traum.

3.10.2022
pfeil offnen