Kroatien: Erste Studie zu "Brain-Drain"

08.11.2019

Seit dem kroatischen Beitritt zur Europäischen Union ist es zu einer massenhaften Abwanderung der Bevölkerung in die übrigen Mitgliedsstaaten gekommen. Zwar gibt es keine genauen Angaben, jedoch wird geschätzt, dass in den vergangenen fünf Jahren zwischen 150.000 und 300.000 kroatische BürgerInnen in die weiteren EU-Mitgliedsstaaten emigrierten. Nun präsentierte eine Gruppe von WissenschaftlerInnen der Zagreber Philosophischen Fakultät die Resultate einer ersten Studie über die kroatischen EmigrantInnen. Die Studie umfasste rund 1120 Personen, die in dem Zeitraum seit 2013 ausgewandert sind. 67 Prozent erklärten, dass der Grund des Umzugs wirtschaftlicher Natur sei, während 36 Prozent das gesellschaftliche Klima, bzw. die Korruption als Grund für die Abwanderung nannten. 75 Prozent der Befragten waren jünger als 40 Jahre alt und 66 Prozent haben einen Hochschulabschluss. Die Studie gibt jedoch auch Grund zur Hoffnung. 80 Prozent der Befragten ließen die Möglichkeit offen, im Falle einer Besserung der Situation in Kroatien in ihre Heimat zurückzukehren.

Quelle: Jutarnji list, Zagreb