Ungarn: Notenbankchef kritisiert Wohnpolitik

14.01.2020

Laut dem Präsidenten der Ungarischen Nationalbank (MNB), György Matolcsy, weist die 2014 eingeleitete Wohnpolitik der ungarischen Regierung extrem viele Schwachstellen auf. Diese seien letztendlich der Grund für die extrem steigenden Immobilienpreise in Ungarn. So hätten sich diese seit dem Jahr 2014 landesweit um 104 Prozent, in der Hauptstadt Budapest sogar um 184 Prozent erhöht. Somit sei Budapest die sechstteuerste Hauptstadt in der Europäischen Union. Ferner gebe es für den Bereich "Wohnen" keine verantwortliche Stelle und keine ausgereifte und gründlich diskutierte Strategie. Matolcsy zufolge gibt es keine umfassende Koordination zwischen der Wohn- und der Regionalpolitik, den Entwicklungen im Bereich Verkehr und geplanten Investitionen der Bauindustrie. Letztlich sei die Wohnpolitik nie "grün" gewesen und konzentriere sich ausschließlich auf Eigentum und nicht auf die Möglichkeit des Mietens.

Quelle: Népszava, Budapest